TEAM

Magdolna M. Gillay-Molnár:


Wir kommen aus verschiedenen Ländern und haben uns auf dem Wunschweg getroffen, Puppentheater zu spielen. Jeder von uns kam mit reicher Erfahrung aus verschiedenen Bereichen des Theaters und dem vielfältigen Umgang mit Kindern. Dies stellte eine recht seltene Palette dar, die uns dazu bewog, uns gemeinsam auf den Weg zu machen. Wir laden euch hiermit ein, mit uns diesen Weg eine Zeitlang zu teilen. Wir bieten auch Workshops für Kinder und Eltern an. Ihr könnt einen Einblick in die Welt des Spielens mit den Puppen werfen, in der Vorbereitungsphase, Fragen stellen und Lösungen finden, und schließlich gemeinsam die Ausführung genießen. Es ist eine Herausforderung, sowohl für uns als auch für die, die sich uns anschließen. Es ist nicht immer leicht, neue Menschen kennen zu lernen und vor allem nicht, auf Anhieb Gemeinsamkeiten zu finden. Das Puppenspiel bietet ein Terrain für Groß und Klein, um gemeinsam Ängste oder Unsicherheiten mit Spaß zu überbrücken.







"Warum ich gerne den Räuber spiele"


Ich bin der Milan Veselý und habe hier die Aufgabe, den Kaspar zu spielen. Das tu ich gern, denn der Kaspar sagt immer "JA!" zum Leben. Aber ich fürcht mich dabei, denn der Kaspar ist immer überfordert: entweder man erwartet sich von ihm zu viel, oder er nimmt sich selbst zu viel vor.

Am liebsten spiel ich den Räuber. Das ist ein echter Freund, auf den man sich verlassen kann. Erstens liegt er gut in der Hand, und egal, wie man ihn auf der Bühne dreht, alle wissen sofort, worum es geht.

Und er ist im Grunde zu gutmütig, jemanden wirklich zu betrügen. Er ist genau so ein armer Teufel wie die Meisten seiner Opfer. Der Reichtum seiner Beute sind oft nur paar Fische oder eine Wurst.

Mal haut er sich sogar selbst den Prügel auf den Kopf, als er das Schäfchen fangen will - er hat schlicht zuviel Schnaps getrunken! (DAS KLEINE SCHAF HAT SICH VERIRRT) Andererseits ist er sehr stolz auf sein Handwerk, und er steht zu seinen Übeltaten. "Ich will immer ein ehrlicher Räuber bleiben!" entgegnet er feierlich dem türkischen Bauernjungen Keloglan. (KELOGLANS WUNDERLICHE WANDERSCHAFT)

Eines muss man schon sagen: er hat vor nichts Angst. In DIE BREMER STADTMUSIKANTEN flüchten seine Kumpel vor den "Geistern" im dunklen Haus - er steht felsenfest da und glaubt an keine Geister. Ja er geht sogar mehrmals hinein: "Die Geister sind mir Wurst, ich will zu meiner Wurst!"

Als das Schäfchen in der Wollfabrik schamlos geplündert wird, stellt er sich mutig dem mächtigen Boss entgegen. Ehrlich, wer sonst traut sich sowas? (DAS KLEINE SCHAF KOMMT IN DIE STADT)

Es wundert uns also nicht, dass das große Krokodil sein Freund ist. Umso fürchterlicher ist sein Zorn, ja er wird sogar grausam, als sich das Krokodil in DIE SCHULE DER TEUFEL gegen ihn wendet! Denn Freundschaft und Treue zum gegebenen Wort gelten dem Räuber über alles.

Er ist herzlich und aufbrausend.

Er ist ehrlich und unbelehrbar.

Einfache Dinge lernt er, manchmal. Aber das sind ja eh die wesentlichen im Leben.

Und er kann - wenn er nüchtern ist - im entscheidenden Moment die besten Ideen haben!